Mit der Cannabis-Reform kannst du in Deutschland ohne komplizierte Bürokratie ein Cannabis-Rezept erhalten. Der Weg führt über einen spezialisierten Cannabis-Arzt — entweder in einer lokalen Praxis oder per Telemedizin. Hier erfährst du alles, was du wissen musst.
Warum einen Cannabis-Arzt aufsuchen?
Nicht jeder Arzt verschreibt Cannabis. Ein spezialisierter Cannabis-Arzt hat Erfahrung mit den unterschiedlichen Indikationen, kennt die verfügbaren Sorten und kann dir helfen, die optimale Dosierung zu finden. Telekliniken bieten diese Expertise kompakt in einem Video-Gespräch an.
Häufige Indikationen
Zu den anerkannten Indikationen, bei denen Cannabis verordnet wird, zählen:
- Chronische Schmerzen: Rücken, Gelenke, Nervenschmerzen
- Schlafstörungen: Insomnie, Durchschlafprobleme
- ADHS: Konzentrationsschwäche bei Erwachsenen
- Angststörungen und PTBS
- Multiple Sklerose: Spastik und Schmerzen
- Übelkeit durch Chemotherapie
- Depressionen bei ausbleibender Wirkung anderer Mittel
Ablauf der Behandlung
Schritt 1 — Anamnese
Im ersten Gespräch schilderst du deine Symptome, bisherige Therapien und Medikamente. Je mehr Unterlagen du mitbringst (Arztberichte, Diagnosen), desto zügiger läuft das Gespräch ab.
Schritt 2 — Indikationsprüfung
Der Arzt prüft, ob Cannabis bei dir eingesetzt werden sollte. Dabei werden Kontraindikationen ausgeschlossen: aktive Psychosen, Schwangerschaft, schwere Herzerkrankungen oder Cannabis-Abhängigkeit in der Vorgeschichte.
Schritt 3 — Sorten- und Dosierungsempfehlung
Je nach Beschwerden empfiehlt der Arzt eine passende Sorte. Die wichtigsten Parameter sind der THC- und CBD-Gehalt sowie Indica- oder Sativa-Dominanz.
| Typ | Wirkung | Typische Indikationen |
|---|---|---|
| Indica | Entspannend, sedierend | Schlaf, Schmerzen, Spastik |
| Sativa | Aktivierend, aufhellend | ADHS, Stimmung, Taggebrauch |
| Hybrid | Kombiniert | Breit einsetzbar |
Schritt 4 — E-Rezept und Versand
Nach der Beratung erhältst du das E-Rezept digital. Du lösst es in einer Apotheke ein oder nutzt den Direktversand der Teleklinik. Das Paket kommt diskret verpackt an.
Online-Behandlung vs. Praxis: Ein Vergleich
| Kriterium | Teleklinik | Praxis vor Ort |
|---|---|---|
| Terminverfügbarkeit | Oft noch am selben Tag | Meist 1–4 Wochen Wartezeit |
| Rezeptgebühr | 0 € – 49 € | Keine (aber GOÄ-Abrechnung) |
| Kassenrezept möglich | Eingeschränkt | Besser geeignet |
| Nachsorge | Per App/Video | Persönlicher Kontakt |
| Anonymität | Hoch | Gering |
Dosierung: Wie vorgehen?
Die Grundregel lautet: Start low, go slow. Beginne mit der minimal empfohlenen Menge und steigere langsam, bis die Wirkung eintritt. Übliche Startdosis bei Blüten: 0,1–0,2 g täglich, bei Ölen 2,5–5 mg THC täglich.
FAQ: Cannabis-Arzt
Brauche ich einen Überweisung zum Cannabis-Arzt?
Nein. Du kannst direkt eine Teleklinik oder eine spezialisierte Praxis kontaktieren — eine Überweisung ist nicht notwendig.
Wie lange dauert das erste Gespräch?
In der Regel 15–30 Minuten. Bei komplexer Krankengeschichte kann es länger dauern.
Verschreibt jeder Arzt Cannabis?
Nein — Cannabis-Verschreibungen erfordern besondere Kenntnisse. Spezialisierte Telekliniken und Schmerzzentren haben die meiste Erfahrung.
Kann ich die Kosten von der Steuer absetzen?
Ja — medizinisches Cannabis gilt als Krankheitskosten und kann in der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden.
Passende Anbieter
Im großen Teleklinik-Vergleich findest du alle Anbieter mit aktuellen Rezeptgebühren und Erfahrungsberichten. Besonders beliebt sind Nordleaf, Bloomwell und Mr. Nice.


