Cannabis Indikationen 2026: Bei welchen Erkrankungen hilft Cannabis?

Medizinisches Cannabis kann in Deutschland für viele Erkrankungen verschrieben werden – aber nicht für jede. Dieser Überblick zeigt, bei welchen Erkrankungen Cannabis als Therapieoption in Betracht kommt und was Voraussetzung für eine Verschreibung ist.

Gesetzliche Grundlage in Deutschland

Seit März 2017 können Ärzte in Deutschland Cannabis auf Betäubungsmittelrezept (BtM-Rezept) verschreiben, wenn:

  • Eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt
  • Keine andere Therapieoption zur Verfügung steht oder diese nicht ausreichend wirksam ist
  • Nicht unter Berücksichtigung des Nebenwirkungsprofils ausgeschlossen werden kann, dass Cannabis zu einer spürbaren positiven Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome führt

Es gibt keine abschließende Liste zulässiger Indikationen – die Entscheidung liegt beim behandelnden Arzt.

Die häufigsten Indikationen im Überblick

Chronische Schmerzen

Die häufigste Indikation in Deutschland. Neuropathische Schmerzen, Rückenschmerzen, Fibromyalgie, Migräne. THC wirkt schmerzmodulierend, CBD entzündungshemmend. Besonders beliebt: Indica-dominante Hybride mit 20–26 % THC in Kombination mit CBD-Extrakten.

Schlafstörungen

Insomnie, Ein- und Durchschlafprobleme. Cannabis verkürzt die Einschlafzeit und verlängert Tiefschlafphasen. Meist als Begleitsymptom anderer Erkrankungen verschrieben. Mehr zu Cannabis beim Einschlafen →

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung)

Insbesondere bei Erwachsenen, die auf klassische Medikamente nicht ausreichend ansprechen. Sativa-dominante Sorten mit fokussierendem Terpenprofil werden bevorzugt. Niedrige bis mittlere THC-Dosen.

Angststörungen & PTSD

Posttraumatische Belastungsstörung und generalisierte Angststörung. CBD-reiche Sorten wirken anxiolytisch, THC in hohen Dosen kann Angst dagegen verstärken. Wichtig: niedrig dosieren, auf CBD/THC-Verhältnis achten.

Multiple Sklerose (MS)

Spastizität ist eine anerkannte Indikation. Sativex (THC/CBD-Spray) ist bei MS sogar offiziell zugelassen. Für andere Konsumformen gibt es ebenfalls gute Evidenz für die Reduktion von Spastik und Schmerzen.

Übelkeit & Erbrechen (z. B. bei Chemotherapie)

Eine der am besten belegten Indikationen. THC wirkt antiemetisch (gegen Übelkeit). Dronabinol und Nabilon sind synthetische THC-Präparate, die für diese Indikation explizit zugelassen sind.

Appetitlosigkeit & Kachexie

Bei HIV/AIDS, onkologischen Erkrankungen oder anderen schwerwiegenden Zuständen, die zu extremem Gewichtsverlust führen. THC stimuliert den Appetit über CB1-Rezeptoren.

Tourette-Syndrom

Tics und Zwangsbewegungen. Mehrere Studien zeigen eine deutliche Reduktion der Tic-Frequenz durch THC. Anerkannte Indikation bei Therapieresistenz.

Epilepsie

CBD-reiches Cannabis (Epidyolex) ist bei bestimmten Epilepsie-Formen offiziell zugelassen. Für andere Formen gibt es Hinweise auf Wirksamkeit. Strikt ärztlich zu begleiten.

Glaukom

Cannabis senkt den Augeninnendruck – jedoch nur kurzzeitig (3–4 Stunden). Als alleinige Dauertherapie nicht ideal, kann aber ergänzend eingesetzt werden.

Wie bekomme ich ein Rezept?

Über eine Teleklinik kann der Prozess vollständig digital ablaufen. Du benötigst in der Regel keine Vorbefunde – die Teleklinik führt eine eigene Anamnese durch. Im Teleklinik-Vergleich findest du alle Anbieter mit aktuellen Preisen und Bewertungen.

Mehr zu Voraussetzungen und Kosten: Was kostet medizinisches Cannabis 2026? – Weitere Erfahrungsberichte und Indikations-Infos auf cannacheck.de.

Häufige Fragen

Brauche ich eine bestehende Diagnose für ein Cannabis-Rezept?

Nicht zwingend von einem anderen Arzt. Die Teleklinik führt eine eigene Anamnese durch und kann auf Basis dieser Erkrankungen erkennen und dokumentieren. Ein Facharztbericht kann den Prozess aber beschleunigen.

Bekommt jeder ein Cannabis-Rezept?

Nein. Die Verschreibung ist an medizinische Voraussetzungen geknüpft. Ohne dokumentiertes Leidensbild oder wenn andere Therapien noch nicht versucht wurden, wird kein Rezept ausgestellt.

Muss ich täglich Cannabis konsumieren?

Nein. Das Rezept gibt eine Höchstmenge an – du kannst auch bei Bedarf konsumieren (z. B. nur abends bei Schlafproblemen).